Mein Hallux-valgus-OP Erfahrungsbericht beginnt nicht erst am eigentlichen Operationstag. Für mich gehören auch die Tage davor, die Aufnahme, das Anästhesiegespräch und die ganzen Gedanken vorher dazu.
Obwohl ich bereits mehrere Operationen hinter mir habe, unter anderem zwei Kieferoperationen und eine schwierige Wirbelsäulenoperation, war ich vor diesem Eingriff trotzdem nervös. Und ja – Angst hatte ich auch.
Nicht unbedingt nur wegen der Operation selbst, sondern wegen all der Gedanken davor: Wie wird die Narkose? Wie stark werden die Schmerzen danach? Wie wird die Heilung?
In diesem Beitrag erzähle ich von meinen persönlichen Erfahrungen rund um das Anästhesiegespräch, den Tag vor der Operation, den Eingriff und meine erste Nacht im Krankenhaus. Ein Beitrag zu meinen Tipps und Vorbereitung zur Hallux-valgus-OP habe ich bereits veröffentlicht. Schaut gerne rein 🙂
Inhaltsverzeichnis
Das Anästhesiegespräch vor meiner Hallux-valgus-OP – und warum plötzlich Unsicherheit entstand
Mein Aufnahme- und Anästhesiegespräch fand am Donnerstag vor meiner Operation statt. Da am Freitag ein Feiertag war und die OP direkt am Montagmorgen geplant war, lief bei mir zeitlich alles etwas anders.
Bei diesem Termin wurden alle wichtigen Dinge für die Operation und die Narkose besprochen, nachdem ich den Aufklärungsbogen gelesen und unterschrieben habe.
Dazu gehörten unter anderem:
- meine Vorerkrankungen (unter anderem meine Polyneuropathie, meine Wirbelsäulenversteifung und frühere Operationen)
- aktuelle Arztberichte
- mögliche Risiken
- die geplante Narkose
- Medikamente
- meine bisherigen Erfahrungen mit Narkosen
Vor dem Gespräch wurden außerdem Blutdruck und Puls gemessen und mir wurde Blut abgenommen.
Da mir nach Operationen schnell übel wird und ich mich bisher nach jeder OP im Aufwachraum übergeben musste, habe ich dieses Thema direkt angesprochen.
Mir war wichtig, diesmal möglichst vorzubeugen und nicht zusätzlich mit Übelkeit kämpfen zu müssen.
Eigentlich war ich bis zu diesem Termin relativ entspannt. Natürlich ist eine Operation nie schön, aber durch meine vorherigen Eingriffe wusste ich ungefähr, was auf mich zukommt.
Während des Gesprächs entstand dann jedoch plötzlich Unsicherheit.
In meinen Arztbriefen gab es unterschiedliche Angaben zu einer Auffälligkeit in meinem Kopf. Eine der möglichen Diagnosen hätte bedeutet, dass die Operation wegen eines erhöhten Risikos nicht wie geplant stattfinden könnte.
Plötzlich stand ich vor der Entscheidung:
Den Eingriff durchführen lassen und das mögliche Risiko akzeptieren – oder die Operation verschieben und erst weitere Untersuchungen abwarten.
Diese Situation hat mich emotional sehr belastet.
Zum Glück wurde diese Diagnose in einem neueren Arztbrief nicht bestätigt. Deshalb habe ich mich nach vielen Gedanken und mit einem guten Bauchgefühl dazu entschieden, die Operation nicht zu verschieben.
Trotzdem kamen natürlich Zweifel.
Was, wenn ich mich falsch entscheide?
Was, wenn doch etwas passiert?
Meine größte Angst war dadurch nicht mehr die Fußoperation selbst, sondern die Unsicherheit drumherum.
Die Tage zwischen dem Anästhesiegespräch und der Operation waren für mich tatsächlich schwieriger als der Eingriff selbst.
Der Tag vor meiner Operation
Da meine Operation sehr früh morgens geplant war, entschied ich mich dafür, bereits am Abend vorher ins Krankenhaus zu gehen. Diese zusätzliche Übernachtung musste ich selbst bezahlen, aber für mich war es deutlich entspannter. Und ich hatte ein extrem großes Zimmer bekommen – leider ohne Fernseher. Ich hatte zum Glück mein iPad dabei, um mich abzulenken.
Die Tage davor habe ich genutzt, um zu Hause alles vorzubereiten.
Ich habe:
- meine Tasche gepackt
- Wäsche gewaschen
- die Wohnung gründlich aufgeräumt
- Hilfsmittel aufgebaut
- versucht, mich abzulenken
Ich wollte nach der Operation einfach nach Hause kommen und nicht direkt an unerledigte Aufgaben denken müssen.
Am Abend im Krankenhaus musste ich mich mit einem speziellen antibakteriellen Waschmittel waschen. Damit wurden Haare und Körper gewaschen. Eincremen durfte ich mich danach nicht. Zusätzlich gehörte ein Fußbad zur Vorbereitung, welches ich am OP-Morgen gemacht habe.
Ab Mitternacht durfte ich nichts mehr essen und ab 5 Uhr morgens nichts mehr trinken.
Hallux-valgus-OP Erfahrungsbericht: Der OP-Morgen
Am Morgen der Operation klingelte mein Wecker früh- so gegen 05:30 Uhr.
Ich musste noch:
- das vorbereitende Fußbad machen- ca. 10 Minuten
- meine Haare zusammenbinden
- mich für die OP vorbereiten
Kurz vor sieben Uhr sollte ich auf mein eigentliches Zimmer gebracht werden. Da ich noch nicht ganz fertig war, wurde ich ein paar Minuten später abgeholt.
Auf dem Zimmer konnte ich meine Sachen auspacken und bekam meine OP-Kleidung.
Dazu gehörten:
- OP-Hemd
- spezielle OP-Socken
- Netzslip mit Binde
Das Warten vor einer Operation stellt man sich vielleicht sehr lang vor, aber tatsächlich verging die Zeit durch das Umziehen, Vorbereiten und Einrichten im Zimmer ziemlich schnell.
Natürlich war ich nervös und hatte Hunger, aber ich brauchte kein Beruhigungsmittel und wollte auch keines.
Kurz vor der Narkose
Gegen acht Uhr wurde ich abgeholt und in den OP-Bereich gebracht.
Dort wechselte ich vom Bett auf den OP-Tisch und die letzten Vorbereitungen begannen.
Zuerst wurde der Zugang gelegt. Beim ersten Versuch funktionierte es links nicht, deshalb wurde der Zugang anschließend rechts gelegt.
Danach wurden die üblichen Werte überwacht:
- Blutdruck
- Puls
- Sauerstoffsättigung
Da ich vorher angegeben hatte, dass mir nach Operationen schnell übel wird, bekam ich vorbeugend ein Medikament gegen Übelkeit.
Die Atmosphäre war tatsächlich viel entspannter, als ich erwartet hatte. Während der Vorbereitung habe ich mich mit den Mitarbeiterinnen unterhalten und dadurch verging die Zeit schnell.
Anschließend bekam ich Sauerstoff und kurz danach das Narkosemittel über den Zugang. Und schon war ich weg.
Aufwachen nach der Hallux-valgus-OP
Meine Operation dauerte ungefähr 45 Minuten bis eine Stunde. Gegen halb neun kam ich in den OP und ungefähr um halb elf wurde ich schon wieder zurück auf mein Zimmer gebracht.
An den Aufwachraum selbst kann ich mich kaum erinnern. Ich weiß nicht mehr genau, wie lange ich dort lag oder wie der Raum aussah.
Woran ich mich aber sehr genau erinnere: Als ich wieder zu mir kam, habe ich angefangen zu weinen.
Nicht, weil ich Schmerzen hatte.
Nicht, weil ich Angst hatte.
Und auch nicht, weil etwas passiert war.
Es war einfach die komplette Erleichterung.
Die letzten Tage vor der Operation waren durch die Unsicherheit und die vielen Gedanken emotional sehr anstrengend. Mein Kopf hatte sich die unterschiedlichsten Situationen ausgemalt:
Wache ich wieder auf?
Geht alles gut?
Wie stark werden die Schmerzen?
Und plötzlich war dieser Moment da.
Ich war wach.
Ich habe meinen Fuß gespürt.
Schmerzen waren kaum vorhanden.
Ich habe versucht, die Tränen etwas zu verstecken, weil ich nicht wollte, dass jemand denkt, etwas stimmt nicht.
Aber eigentlich war es kein trauriges Weinen. Es war einfach die ganze Anspannung, die plötzlich abgefallen ist.
Die Operation war geschafft.
Zurück auf dem Zimmer – die ersten Stunden nach der Operation
Die ersten Stunden nach meiner Hallux-valgus-OP waren ganz anders, als ich sie mir vorher vorgestellt hatte. Vor allem bei den Themen Müdigkeit, Schmerzen und Bewegung hatte ich mit deutlich mehr Schwierigkeiten gerechnet.
Müdigkeit nach der Hallux-OP
Gegen halb elf war ich wieder auf meinem Zimmer und vollständig wach.
Was mich sehr überrascht hat: Ich dachte vorher, dass ich nach der Narkose den ganzen Tag schlafen würde. Tatsächlich war ich aber gar nicht besonders müde.
Meine Mutter war bei mir, wir haben geredet und Fernsehen geschaut.
Erfahrungen mit Schmerzen nach der Hallux-valgus-OP
Auch die erwarteten starken Schmerzen blieben aus.
Ich hatte mit deutlich mehr Schmerzen gerechnet, aber der Fuß selbst tat kaum weh. Auf einer Schmerzskala von 0 bis 10 waren es ungefähr 2–3.
Es fühlte sich weniger wie ein richtiger Schmerz an, sondern eher wie ein Druckgefühl.
Am Anfang bekam ich meine Schmerzmittel noch über den Zugang. Später am Abend wurden diese dann auf Tabletten umgestellt.
Essen nach der Hallux-OP
Was mich ebenfalls überrascht hat: Ich konnte direkt wieder essen und hatte auch ganz normal Appetit.
Um halb zwölf gab es Mittagessen – und dann ausgerechnet Käsespätzle. Darüber habe ich mich tatsächlich sehr gefreut, weil ich Käsespätzle liebe und nach dem langen Nüchternsein natürlich Hunger hatte.
Hochlagern, Schwellung und Kühlen nach der Hallux-OP
Den restlichen Tag habe ich hauptsächlich im Bett verbracht.
Mein Fuß lag die meiste Zeit erhöht auf einem speziellen Kissen.
Tatsächlich hatte ich durch das dauerhafte Liegen irgendwann mehr Probleme mit meinem Rücken als mit meinem Fuß.
Die Schwellung hatte ich mir ebenfalls viel schlimmer vorgestellt. Natürlich sah der Fuß anders aus und war etwas blau und geschwollen, aber in meinem Kopf hatte ich mit deutlich mehr gerechnet.
Da es sehr warm war, fragte ich nach Kühlmöglichkeiten. Zwischendurch bekam ich einen Kühlakku für ungefähr zehn Minuten.
In der Nacht bekam ich keinen mehr, da mir erklärt wurde, dass die Schwellung am nächsten Morgen bei der Kontrolle richtig beurteilt werden sollte.
Medikamente und Thrombosespritze nach der Operation
Am ersten Tag bekam ich meine Medikamente zunächst noch über den Zugang. Gegen Abend wurden diese auf Tabletten umgestellt.
Außerdem bekam ich am Abend meine erste Thrombosespritze.
Das erste Aufstehen nach der Operation
Eigentlich sollte ich am Operationstag noch nicht aufstehen.
Das hat mich zuerst überrascht, weil meine Operation theoretisch auch ambulant möglich gewesen wäre. Deshalb hatte ich damit gerechnet, dass zumindest kurze Wege möglich sind.
Allerdings hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch keinen Entlastungsschuh, keinen richtigen Schutz für meinen Fuß und auch noch keine Krücken.
Da ich aber irgendwann zur Toilette musste, haben wir gemeinsam eine Lösung gesucht.
Mit Unterstützung von zwei Pflegekräften bin ich ganz vorsichtig aufgestanden und habe mich auf einen Toilettenstuhl gesetzt.
Meine Mutter hat mich anschließend damit zur Toilette geschoben.
Dort bin ich auf einem Bein und mit ihrer Unterstützung aufgestanden. Das hat tatsächlich besser funktioniert, als ich vorher gedacht hätte.
An diesem Tag haben wir das zwei- bis dreimal so gemacht.
Durch meine Polyneuropathie und meinen ohnehin unsicheren Gang war ich natürlich besonders vorsichtig. Ein Sturz oder ein Stoß gegen den frisch operierten Fuß wäre gerade direkt nach der Operation ungünstig gewesen.
Mein Kreislauf war zum Glück stabil.
Die größten Beschwerden an diesem ersten Tag kamen tatsächlich eher vom langen Liegen, meinem Rücken und davon, dass das Bein dauerhaft hochgelagert war.
Die erste Nacht nach meiner Hallux-valgus-OP
Die Nacht war natürlich anders als zu Hause: Fremde Person mit im Zimmer, andere Luft, keine Bewegung, komische Liegeposition…
Der Fuß musste hochgelagert bleiben und irgendwann wurde das viele Liegen einfach unbequem.
Trotzdem war ich überrascht, wie gut es mir insgesamt ging.
Meine größte Sorge waren vorher starke Schmerzen gewesen – und genau diese blieben aus.
Der Morgen nach der Operation: Erste Kontrolle und Verbandswechsel
Am nächsten Morgen kam die erste Kontrolle nach meiner Hallux-valgus-OP.
Der Verband wurde entfernt und der Fuß zum ersten Mal nach der Operation angeschaut.
Dabei wurde kontrolliert:
- wie die Wunde aussieht
- ob es Hinweise auf eine Entzündung gibt
- wie stark die Schwellung ist
- ob der Verband und der Schuh richtig sitzt
- wie es mir allgemein nach der Operation geht
Ehrlich gesagt hatte ich vorher etwas Angst vor diesem Moment, weil ich nicht wusste, wie mein Fuß direkt nach der Operation aussehen wird.
Am Ende war es aber viel weniger schlimm, als ich es mir vorgestellt hatte. Natürlich war der Fuß geschwollen und sah anders aus, aber in meinem Kopf hatte ich mit einem deutlich schlimmeren Anblick gerechnet. Er sah einfach beinahe perfekt gerade aus. Habe mich so gefreut.
Danach bekam ich meine Unterlagen:
- Arztbrief
- Krankschreibung
- Rezept für Thrombosestrumpf
- Rezept für Lymphdrainage
Die ersten Schritte mit dem Entlastungsschuh
Vor der Entlassung kam noch die Physiotherapeutin.
Außerdem kam jemand aus dem Sanitätshaus und brachte meinen Entlastungsschuh und die Krücken.
Die Krücken wurden auf meine Größe eingestellt und ich bekam erklärt, worauf ich beim Laufen achten muss. Dies wurde direkt im Anschluss geübt – auch Treppenlaufen mit den Krücken.
Zusätzlich bekam ich noch einen speziellen Strumpf und eine Schiene für die weitere Versorgung.
Bei mir war eine Belastung mit dem speziellen Schuh erlaubt. Das hängt aber stark von der Operationsmethode und den Vorgaben des Arztes ab.
Meine Entlassung aus dem Krankenhaus
Ursprünglich war nicht sicher, ob ich eine oder zwei Nächte bleiben würde.
Da ich aber schon recht selbstständig war, die Schmerzen gut kontrolliert waren und alles gut aussah, durfte ich bereits am nächsten Tag nach Hause. Auf dem Heimweg musste der Fuß ausgestreckt auf der Rückband liegen. Und damit begann der nächste Abschnitt:
Die Heilung zu Hause.
Mein Fazit zu meinem Hallux-valgus-OP Erfahrungsbericht
Rückblickend war die Angst vor der Operation für mich schlimmer als der eigentliche Eingriff.
Die ganzen Gedanken davor, die Unsicherheit und die Vorstellung davon, was alles passieren könnte, waren belastender als die Situation selbst.
Natürlich ist jede Operation und jeder Heilungsverlauf unterschiedlich.
Aber für mich persönlich war der Moment nach dem Aufwachen vor allem eines:
Erleichterung.
Falls ihr das in Video-Format sehen wollt, besucht gerne meinen TikTok oder Instagram Account 🙂
eure Samira












