Erfahrungsbericht Bimax-Operation

Hallo ihr Lieben,
ich melde mich genau zwei Wochen nach meiner Bimax-Operation. Diese musste gemacht werden, da ich an einer Dsygnathie litt. Was eine Dysganthie ist, habe ich in einem seperaten Beitrag bereits beschrieben.
Mir geht es nach dieser OP erstaunlich gut, was mich wirklich sehr freut. Ich habe mir die Zeit viel schlimmer vorgestellt. Nichts desto trotz… Die ersten Tage waren der Horror. Wie es mir die erste Woche nach der Korrektur meines Ober- und Unterkiefers erging, erfahrt ihr in meinem Erfahrungsbericht ausführlich und ehrlich. Diesen Beitrag werde ich die nächsten Wochen immer mal wieder aktualisieren, da ich euch auch über die kommende Zeit auf dem Laufenden halten möchte.
Was tatsächlich eine Bimax-Operation ist und was genau alles bei mir gemacht wurde, erfahrt ihr in den nächsten Tagen. Ich möchte den Arztbrief und die Bilder abwarten, die ich per Post noch zugesandt bekomme.
Es freut mich, dass ihr vorbeischaut und euch mein Erfahrungsbericht zur Bimax-Operation interessiert. Hoffentlich kann ich manchen die Angst davor nehmen, denn ich bin davon überzeugt, dass es sich lohnt. 🙂 Viel Spaß beim Lesen!

Ein Tag vor der Bimax-Operation

Der Weg zur Klinik

17.03.2021 – Am frühen Morgen bin ich von meinem Traum aufgewacht. Ich hatte geträumt, ich hätte verschlafen. Als ich kurz darauf auf mein Handy schaute, hatte sich dieser Traum tatsächlich bewahrheitet. Kurz vor sechs… Wir wollten um sechs Uhr eigentlich losfahren. So typisch für mich. Ich hab also die restlichen Sachen gepackt (ich schaffe es auch nie am Vorabend komplett alles zu richten) und wir sind losgefahren. Ca. 2 Std. und 15 Minuten haben wir nach Göppingen in die Klinik gebraucht. Zum Glück gab es auch keinen Stau, sodass wir pünktlich ankamen. Mein Freund und ich waren nervös und zudem extrem müde. Die Stimmung war leicht angespannt. Ehrlich gesagt war meine Stimmung schon die letzten Wochen nicht so prickelnd.
Dort angekommen, haben wir uns verabschiedet :(. Am liebsten wäre ich einfach wieder mit nach Hause gefahren… Und wegen Corona darf man als Patient auch keinen Besuch empfangen. Das hieß von jetzt an war ich komplett auf mich alleine gestellt. Keine Familie, Freunde oder mein Freund. Nur ich, das Krankenzimmer, Pfleger/-innen und die Ärzte.

Die Aufnahme

Am Eingang hat die Krankenschwester bei mir das Fieber gemessen. Vor einem riesigen Bildschirm musste ich mich hinstellen und kurz darauf wurde die Temperatur angezeigt. Fieber hatte ich keines. Bei der Aufnahme angekommen, musste ich eine Nummer ziehen. Nummer 142. Noch 15 Menschen sind vor mir dran. Für ein 3-minütiges Gespräch musste ich ca. 45 Minuten warten. War mir dann aber auch egal, ich hatte ab jetzt ja genug Zeit. Nach der Aufnahme hatte ich meinen ersten Corona-Test, bzw. gleich zwei Tests, so gegen 10 Uhr. Es wurde ein Schnelltest durch die Nase durchgeführt und den normalen Test nochmal durch Nase und Rachen. Ich musste weinen, denn es hatte ziemlich doll gekitzelt. Unangenehm war es schon, tat zum Glück aber nicht weh. Um „weiterzukommen“ und überhaupt dableiben zu dürfen, habe ich nun 15 Minuten abwarten dürfen, bis ich mein Testergebnis in den Händen hielt. Ehrlich gesagt, hatte ich richtig Schiss vor diesem Test. Aber puh, zum Glück negativ.
Nun ging es weiter zum Aufnahmegespräch. Dieses verlief recht zügig. Mein Blutdruck war 104 zu 56 und 76 Puls. Die Schwester hat mir Blut abgenommen und ich musste einen Test machen, um Keime auszuschließen (ein etwas komischer Test, da ich ein Stäbchen in den Po stecken musste :D). Danach kam das Narkosegespräch bei dem ich ein paar Fragen (bekannte Allergien oder ob es bei vorigen Anästhesien Probleme gab, mein Medikamentenplan) beantworten musste.

Die letzten Stunden

8.Stock, Station 83 Zimmer 31. Das war mein Standort die nächsten Tage… Das Zimmer war noch nicht geputzt. Daher habe ich mir unten im Erdgeschoss beim Bäcker eine Brezel und einen Pfirsicheistee gekauft und bin wieder an der frischen Luft draußen gesessen. Nach 30 min bin ich nach oben auf die Station. Es gab glücklicherweise Mittagessen für mich und ich durfte in der Lounge essen. Zum Essen gab es ein Omelette, Kartoffeln und einen grünen Salat. Nach dem Mittagessen hatte ich ein kurzes Arztgespräch. Die Ärztin hat mir die Operation nochmal erklärt, die Splints wurden überprüft (was das ist, erfahrt ihr in meinem Beitrag Bimax-Operation) und die Risiken aufgezeigt. Und zum Schluss durfte ich natürlich noch den Behandlungsvertrag unterschreiben. Wieder im 8.Stock durfte ich mein Zimmer beziehen und habe erfahren, dass ich nur noch bis 18 Uhr essen darf. Irgendwie ist ab da eine leichte Panik ausgebrochen. Mir wurde bewusst, dass ab 18 Uhr mein Leben ersteinmal auf Eis gelegt wird. Denn für die nächsten Wochen hieß es nur püriertes und flüssiges Essen. Ich darf kein wundervolles, leckeres Essen mehr essen. Dabei liebe ich Essen doch soooooo sehr… Ich wollte noch 1 1/2 Std. alles in mich reinschaufeln.
Gegen Abend bekam man natürlich noch Abendessen, aber was reichen mir zwei Scheiben Brot, dachte ich mir. Deshalb habe ich mir unten beim Bäcker ein Wrap mit Hähnchen und Ananas und als Nachtisch ein Erdbeerkuchenstück gekauft. Exzellent, sage ich euch. Ich war so glücklich.

letztes Essen vor der OP


Den restlichen Abend habe ich ferngeschaut, war spazieren im Haus und habe mit Video telefoniert. Eine Zimmernachbarin bekam ich gegen Abend.
Die Nacht konnte ich kaum schlafen. Ich war nervös, hatte Kopfschmerzen und wollte einfach wieder nach Hause.


Tag der Bimax-Operation

Vorbereitung

18.03.2021 – Gegen 07:30 Uhr wurde ich von den Krankenschwestern durch lautes, also wirklich sehr lautes, Reden geweckt. Sie hatten sich mit meiner Zimmernachbarin unterhalten, die sehr schlecht hörte.
Die Krankenschwester hat bei mir den Blutdruck, Puls und Fieber gemessen. Langsam sollte ich mich jetzt schon für die Operation richten (duschen, Zähne putzen, OP-Hemdchen und ein Netzhöschen anziehen). Und ich dachte ich hätte noch Zeit. Sehr viel Zeit um mich darauf vorzubereiten. Es war doch erst 07.30 Uhr… Gestern hatten sie noch gemeint, dass die Operation gegen 11 Uhr stattfinden würde.
Um kurz nach 8 kam das Ärzteteam zur Visite. Tatsächlich kamen um kurz nach 9 Uhr auch schon zwei Pfleger um mich abzuholen. Ich war mitten im Telefonat mit meinem Freund… und ich sagte, du… es geht jetzt los. Jetzt ist es soweit.
Ein paar Minuten wurden mir noch geschenkt, sodass ich auch meiner Familie Bescheid geben konnte. Im Bett liegend, haben sie mich ins Erdgeschoss gefahren, in den Vorraum zur Anästhesistin. Sie haben mir ein EKG auf der Brust und einen Zugang am Handgelenk angelegt. Unter dem Bettlaken durfte ich mein OP-Hemdchen ausziehen, das meistens nur beim Transport angezogen wird. Nachdem ich mich vom Bett auf den OP-Tisch gehieft habe, (ich durfte eine dünne Decke auf mir lassen, sodass ich nicht vor allen fast nackt da lag) wurden auf mich warme Decken/Tücher gelegt.
Dann war es soweit… Ich sollte mich an einen schönen Ort versetzen und bekam die Maske auf. Und zack war ich auch schon weg…

Tag 1 nach der OP

Im Aufwachraum

19.03.2021 – Das Erste Mal wurde ich gegen 4 oder 5 Uhr nachts wach. Ich lag in einem großen Raum mit mehreren Betten, der sogenannte Aufwachraum.
Ich hatte geträumt, dass ich extrem erbrochen habe mit Blut und Schleim. Im leichten Wachzustand, aber noch gut zugedröhnt, habe ich mich mit einem Krankenpfleger unterhalten und habe ihn gefragt, ob der Traum vielleicht doch wahr war… Tatsächlich war es nicht nur ein Traum. Es müsste am Mittag gewesen sein, aber er war nicht dabei. Hat nur davon gehört. Na toll, mehr wollte ich dazu dann doch auch nicht wissen. Sowas ist mir immer sehr unangenehm, wobei es normal ist. Gehört dazu, meinte der Pfleger. Ich bin dann wieder eingeschlafen und gegen 07:30 Uhr aufgewacht.

Das erste richtige Aufwachen nach der Bimax-Operation

Ich weiß noch, dass die Magensonde, die mir in der Narkose gelegt worden ist, extrem weh tat und ich meinen Mund nicht schließen konnte. Er war komplett ausgetrocknet, was das Atmen ziemlich erschwerte. Und vorallem hatte ich Halsschmerzen. Ich wollte die Magensonde nicht mehr. Ich hatte mir geschworen, dass ich dieses Ding nicht lange drinnen lassen möchte. Eigentlich, dass mir überhaupt keine eingeführt wird, aber das konnte ich nicht durchsetzen. Also haben sie sie auf meine Bitte zum Glück gezogen. Auch den Blasenkatheter hatte er gezogen. Ehrlich gesagt habe ich diesen zu keiner Zeit bemerkt.
Dann sollte ich meinen Mund ausspülen aber das ging mit einem Becher und mit dem Röhrchen einfach nicht. Also hat der Pfleger es mit einer Spritze versucht. Zur Belohnung und für einen anderen Mundgeschmack bekam ich ein Zitronenwassereis. Das konnte ich jedoch kaum essen, da ich einfach nicht gecheckt habe, wo eigentlich meine Mundöffnung ist. Durch die Betäubung, die Schwellung und das Kühlen habe ich kaum mein Gesicht gespürt.
1 Tag nach der OP 9 Uhr
Das ist das erste Bild, das ich nach der Bimax-Operation aufgenommen habe. Zu sehen ist noch die Kühlmaske, die einem von der Klinik für die Zeit dort gegeben wird.

Der Versuch etwas zu essen

Gegen 9 Uhr bin ich auf mein Zimmer gekommen. Dann konnte ich endlich meinen lieben Menschen schreiben, dass ich noch lebe. Zum Mittag gab es Suppe, Vanillepudding und irgendwas milchiges. Suppe hab ich zu 1/3 gegessen und zum Nachtisch 2 Löffel Pudding. Danach war es zu anstrengend zu essen. Ich hatte auch keinen Appetit. Zuerst versuchte ich mir das Essen mit der Spritze in den Mund zu befördern, dann durch einen Strohhalm zu ziehen und zu guter Letzt mit einem kleinen Löffel.

versucht zu essen mit Spritze

Definitiv war der kleine Löffel oder ein Trinkglas am besten geeignet um zu essen. Das Trinken mit einem Glas hat gut geklappt.
Zu essen ist mühsam, und ich habe auch oft daneben gedrult. Gegen Nachmittag wurden die Schmerzen immer schlimmer. Um 17 Uhr habe ich nach Schmerzmittel gefragt und diese dann als Infusion bekommen. Zwischenzeitlich habe ich geschlafen und Fernsehen geschaut. Auch telefoniert habe ich, denn reden ging erstaunlich gut, meiner Meinung nach. Aber haben meine Gesprächsteilnehmer auch alles verstanden?
Zum Abendessen gab es auch Suppe, Milch, Joghurt und ein Apfeltrink im Tetrapack. Das war mein Highlight. Also der Apfeltrink. Da es durch den Strohhalm nicht gut klappte, habe ich es einfach ins Glas geschüttet.

Die Schmerzen ein Tag nach der Bimax-Oeration

Gegen 19 Uhr haben die Schmerzen plötzlich wieder angefangen.
Habe dann nochmal eine Infusion mit Schmerzmittel bekommen. Sie haben kaum gewirkt. Gegen halb 9 wurden mir zusätzlich noch Tropfen zur Schmerzlinderung gegeben. Es hat sich angefühlt als würde mein Gesicht jeden Moment platzen und meine Luftröhre sich zuschnüren und ich dann ersticke. Einfach ein eckelhaftes Gefühl. Auch meine Ohren taten weh. Ich habe mir die ganze Zeit sagen müssen, dass ich stark bin und nicht weinen darf. Nicht weil man in diesem Moment nicht das Recht dazu hätte, sondern weil jedes weinen die Nase verstopft. Und jede weitere verstopfte Nase führt dazu dass ich keine Luft bekomme. Es waren heftige Schmerzen. Ich wollte einfach ein oder zwei Wochen vorspulen und Zuhause sein.ohne Maske 1 Tag nach OP 22 UhrSo sah ich gegen Abend aus.
Die Nacht war schrecklich. Ich war bestimmt 10 Mal wach und habe kaum Luft bekommen.

Tag 2 nach der Bimax-Operation

Der schlimmste Tag von allen

20.03.2021 – Morgens konnte man einen wundervollen Sonnenaufgang beobachten. Meine Sicht aus dem Fenster war übrigens toll.
Heute müsste wohl der schlimmste Tag sein, sagte man mir und ich habe es auch bei vielen anderen Erfahrungsberichten im Internet gelesen.
Ich spürte morgens meinen Gaumen schon wieder. Auch den Mund habe ich heute weiter öffnen können. Alles hatte eckelhaft und stark nach Eisen geschmeckt. Es war egal wie oft ich gespült hatte. Den Unterkiefer und die Haut spürte ich immernoch nicht, weshalb mir auch alles den Mundwinkel runterlief. Jetzt hieß es nur noch den ganzen Tag kühlen und hoffen, dass es abends besser wird. Im laufe des Tages wurde es schlimmer. Ich habe schlechter Luft bekommen, die ganze Zeit kam Blut aus der Nase. Zum Frühstück und zum Mittagessen habe ich, außer jeweils einen Löffel Joghurt, nichts zu mir genommen. Ich weiß, dass das nicht gut war, aber es ging einfach nicht. Sobald ich etwas im Mund hatte, hatte ich sofort das Gefühl, dass ich keine Luft bekomme, weil im selben Moment auch meine Nase verstopft war. Ich bin echt nicht wehleidig aber das war dann auch mir zu viel…

Stark bleiben

Ich hätte die ganze Zeit weinen können. Dabei durfte ich ja eigentlich nicht weinen, sonst bekam ich weniger Luft. Die ganze Zeit habe ich gehofft, dass die Zeit schnell vergeht. Dass dieser Tag bald zu Ende ist. „Sie sollen mich einfach zudröhnen. Ich will nichts von diesem Tag mitbekommen“, habe ich gedacht. Als ich nach weiteren Infusionen gefragt hatte, meinte die Krankenschwester, je länger ich diese benötige, desto länger muss ich hier bleiben. Also versuchte ich doch irgendwie die Spritze mit dem Schmerzmittel in den Mund zubekommen. Aber ich sage euch, das war unmöglich. Das ging mit meinen Fingern einfach nicht. Durch meine Polyneuropathie spüre ich meine Finger sowieso schon kaum. Gleichzeitig zu zielen und dann noch die Kraft in den Fingern aufzubringen, um auf den Spritzenkolben zu drücken. Es hat einfach nicht funktioniert. Also war es mir egal, ich bat um Infusionen. Ich hatte kaum Kräfte. Konnte kaum zur Toilette laufen ohne Angst zu haben, dass ich gleich falle.
Zwei Flüssigkeitsinfusionen, zwei  Schmerzmittelinfusionen, Antibiotika (gegen die Entzündung) und zwei Vomexinfusionen (gegen die Übelkeit) bekam ich ab da im Laufe des Tages. Ich war traurig, dass ich es nicht geschafft habe zu essen und meinen Kreislauf zu stabilisieren und auch dass ich so viele Infusionen benötigt habe.

Der Abend

Gegen Abends ging es mir dann richtig schlecht. Ich hatte Schmerzen, mein Gesicht wurde richtig heiß, mir war kotzübel. Bei jeder Bewegung musste ich kämpfen, mich nicht zu übergeben. Und dann dieses ständige Sitzen. Ich hatte so Rückenschmerzen. Es fühlte sich an, als würde jeden Moment eine Stange aus meiner Wirbelsäulenversteifung rausspringen. Denn nach der OP konnte ich nicht im Liegen schlafen. Ich musste immer sitzen. Immer wieder bin ich eingenickt und war wieder wach. Ich habe kaum etwas mitbekommen.
Auch als ich mit meinem Freund gesprochen hatt, bin ich öfter weggenickt und wusste hinterher nicht über was wir gesprochen hatten. Zumal ich kaum geredet habe, weil es so anstrengend war. Gegen 22 Uhr hatte ich versucht zu schlafen. Aber ich wurde immer und immer wieder wach. Die Übelkeit nahm zu. ohne Maske Tag 2

Die Nacht

Ich habe geschlafen bis ich um halb 4 einen so heftigen Traum hatte, dass ich durch die Nase und durch den Mund keine Luft bekam, dass ich davon aufwachte. Ich hab mir Vomex geben lassen. „Hoffentlich helfen sie mir, hoffentlich muss ich mich nicht übergeben.“ Und schon bin ich wieder eingenickt. Bis ich von einer Sekunde auf die andere hellwach war. „Ich muss sofort aufstehen, sofort ins Bad. Ich muss es schaffen.“, sagte ich mir. Ohne in meine Hausschuhe zu schlüpfen, bin ich mit dem Infusionsständer in Richtung Bad gelaufen. Es war zu spät. Der ganze Boden am Eingang war voll. Alleine schaffte ich es nicht sauber zu machen. Das hatte eine Krankenschwester erledigt.
Vorsichtig bin ich ins Bad gelaufen und habe mich gewaschen. Ich musste mich nochmal übergeben, aber war zum Glück schon vor dem Waschbecken…

Tag 3 nach der Bimax-Operation

21.03.2021 – Heute Morgen, nachdem ich mich erbrochen hatte, ging es mir schon viel besser. Zum Mittagessen habe ich meinen ersten Pudding komplett aufgegessen. Tabletten musste ich ab heute auch nehmen, sonst hätte ich länger in der Klinik bleiben müssen. Am Anfang hatte mein Kopf auch nicht mitgespielt. Ich konnte mir nicht vorstellen, wie ich diese großen Tabletten, auch wenn ich sie teilen würde, runterbekommen würde. Infusionen sind natürlich leichter gewesen, aber Zuhause habe ich auch nur noch Tabletten. Nach ein paar Mal hatte ich den Dreh raus: Zunge raus, Tablette drauf legen, ein bisschen nach hinten balancieren und mit Wasser nachspülen.

Es geht bergauf 🙂

Solangsam habe ich gemerkt, dass die Tage immer länger werden, wenn es einem besser geht. Heute hatte ich mich das erste Mal ans Fenster gesetzt und rausgeschaut. Mittags habe ich auch alleine duschen können. Das war mal ein unglaublich tolles Gefühl.
Ab und zu wurde mein Gesicht noch ganz heiß und Blut kam immer noch aus der Nase. Auch Schleim hatte sich im Hals gebildet. Die beste Nachricht des Tages war jedoch „Sie dürfen am Dienstag nach Hause.“😇
Gegen Abend ging es mir schon etwas besser. Hab meine erste Suppe komplett aufgegessen. Eine Tomatensuppe. Nachts war wieder sehr anstrengend. Ich hatte ein paar schlechte Träume und war oft wach. Zudem bin ich gegen 2 Uhr nachts aufgewacht und hatte plötzlich keine Kühlmaske (ist obligatorisch ab OP) an. Mir war so heiß und mein Kopf hat geglüht. Auf dem Bild könnt ihr meine rote Bäckchen sehen. Das war ein Zeichen, dass ich mehr kühlen muss.

ohne Maske Tag 3

Vorletzter Tag im Krankenhaus

22.03.2021 – Vor dem Frühstück musste ich runter in die Ebene 7. Dort hatte der Arzt mein Mund ausgespült und überprüft, ob alles in Ordnung ist. Eine 3d Aufnahme und ein Röntgenbild wurde im Anschluss aufgenommen. Danach gab es Frühstück. Gegen Mittag bekam ich eine neue Zimmernachbarin.
Seit heute Mittag läuft nicht mehr so viel Blut aus der Nase. Kühlen ist auch besser gewesen, da ich meinen Mund endlich schließen konnte und er nicht mehr ausgetrocknet ist. Im Badezimmer habe ich die ganze alte Haut von meiner Lippe abgerissen. Würde ich jetzt nicht empfehlen, da es oben ein bisschen gebrannt hatte, und ich auch nicht wusste, ob es sich entzünden würde. Unten habe ich ja immernoch nichts gespürt. Lieber nicht nachmachen. Erstes richtiges Essen, natürlich musste ich alles so klein wie möglich zermatschen aber es ist so viel besser was normales zu essen anstatt die ganze Zeit Joghurt oder Suppe. Bah. Gegen frühen Abend habe ich mich getraut alleine raus zugehen. Und ohman, unvorstellbar… es war so schön Luft zu atmen. Einfach frische Luft. Das war meine letzte Nacht. Ich war so unglaublich glücklich und konnte es kaum mehr abwarten bis ich nach Hause gehe. Endlich!!

ohne Maske Tag 4

Tag 5 Entlassung

23.03.2021 – Heute durfte ich Heim. 🙂
Ich hatte etwas Halsschmerzen, wahrscheinlich von der Kühlmaske. Angst krank zu werden, hatte ich nicht. War ja gefühlt die gane Zeit isoliert in meinem Zimmer eingesperrt.
Heute tat mir auch meine Lippe weh. Vielleicht hätte ich die Haut nicht abziehen sollen. 😀
Nach meinem letzten Frühstück, kamen noch die Ärzte zur Visite. Dann durfte ich runter zum Entlassungsgespräch. Als Abschiedsgeschenk gab es eine Mundspülung und eine Augen- Nasencreme. Und natürlich Tablettenboxen für 3 Tage. Jeweils 3 mal Antibiotika und 4 mal Ibus 600mg. Die Rezepte für 600 mg Ibuprofen und für die Lymphdrainage, sowie die Krankmeldung hatte ich bereits am ersten Tag erhalten.
Um 10 Uhr hat mich Mama´s Mann abgeholt. Ein großes Dankeschön nochmal dafür! 🙂

Wieder Zuhause

Die Autofahrt war schmerzhaft. Ich habe gefühlt jedes Loch und jeden Stein gespürt. Ich hätte am liebsten so viel erzählt, wie es gelaufen ist und wie es war, aber es war einfach zu anstrengend. Oma und Mama hatten mir zum Glück Kühlpacks in Alufolie eingepackt und diese waren von gefrorenen Nudeln umgeben, damit die Kühlpacks kühl bleiben. Ich muss schon sagen, das war sehr kreativ. Sie hatten mir die Autofahrt erträglich gemacht.
Nach ca. 2 Std waren wir zuhause. Ich war kaputt. Meine Oma hat mir erstmal ein Festmahl zubereitet. Nach jedem Essen, egal ob nur ein kleiner Joghurt oder ein ganzer Teller, man muss den Mund sauber machen. Zähne putzen, mit Wasser und zum Schluss mit der antiseptischen Lösung ausspülen.
Danach musste ich mich kurz ausruhen und kühlen.
Am Mittag sind wir einkaufen. Pudding, Stracciatella-Joghurt, Crème brûlée, Fruchtzwerge und Vanilleeis haben sich im Einkaufswagen befunden. Zum Glück hatte ich vorher gut gegessen. Es war umso erträglicher, dass ganze leckere Essen im Supermarkt zusehen und zu wissen, dass ich das die nächsten Wochen nicht essen darf. Die wundervolle Antibiotika Tablette musste ich natürlich auch noch nehmen. Jedoch hatte mein Kopf sich die ganze Zeit dagegen gewehrt. Deshalb habe ich versucht diese Tablette zu zerkleinern und in einen Pudding unterzumischen. Ich sage euch, nie wieder!

kühlen zuhause Tag 5
Den Abend habe ich ausklingen lassen und immer fleisig mit meinen zwei Kühlpads gekühlt. Das hatte ich mir vorher bestellt- zum Glück.

Tag 6 nach der Bimax-Operation

24.03.2021 – In der Nacht war ich wieder um die 3 Male wach. Meistens wache ich noch vor Schmerzen auf. Diesmal habe ich es nicht geschafft eine Ibuprofen zu teilen. 8 Tabletten habe ich versucht zu teilen. Die Polyneuropathie erschwert das ziemlich. Mit meinen Kühlpacks konne ich noch ein paar wenige Stunden schlafen. Morgens hatte mir meine Oma die Tablette dann geteilt und ich konnte mich noch einmal schlafen legen. Gegen mittag haben wir uns einen Erdbeershake gemacht und uns mit einem Sonnenhut auf dem Balkon gesetzt.  Sonne erhitzt das Gesicht und somit können Schmerzen wieder aktiviert werden. So war es bei mir. Und überall ist natürlich auch der Tischspiegel dabei gewesen.Erdbeershake mit Spiegel Tag 6
Heute hatte ich das erste Mal nach der Operation eine Lymphdrainage bei meinem Physio. Flach liegen war möglich. Die Lymphdrainage und auch meinen Physiotherapeut kann ich nur empfehlen! Das Rezept habe ich von der Klinik bereits am ersten Tag erhalten.
Auf dem Rückweg habe ich gemerkt, dass die Schmerzen stärker werden. Gleich Zuhause angekommen , hatte ich wieder gekühlt und Tabletten genommen.
Beim Essen habe ich gemerkt, dass es ist schwerer wurde den Mund wieder zu öffnen. Unten am Kinn und Hals tat es sehr weh. Auch das Gefühl weniger Luft zu bekommen, hatte ich aufeinmal wieder. Den ganzen Abend musste ich kühlen und mich ausruhen.

Tag 7 nach der Bimax-Operation

25.03.2021 – die Nacht war ok. Immer mal wieder aufgewacht. Die wirren Träume nehmen endlich ab und ich kann auch länger schlafen. Heute gab es Kartoffelbrei, zermatschtes Gemüse und diesen Fisch in der Schale. Kann man sehr gut zermatschen und essen, ohne pürieren. Zum Nachtisch gab es Vanilleeis mit Espresso *yummy*, eins meiner Lieblinge.
Die Schwellungen waren heute schon deutlich weniger und auch die Schmerzen nahmen ab. Bevor ich operiert wurde, habe ich ein paar Tage vorher im Internet nach Erfahrungsberichten recherchiert. Da habe ich bei kieferop.de gelesen, dass Retterspitzwickel sehr helfen sollen. Und ich muss sagen, ich bin positiv überrascht. Vielen vielen Dank für diesen wundervollen Tipp! 🙂

ich Tag 7

Bimax-Operation Metalleinsetzung

Metallimplantate Bimax Operation
Diese Metallimplantate werden in den Kiefer eingesetzt.

Da ich aktuell sogar schon meine Operation zur Metallentfernung hatte, kann ich euch hier zeigen, was ihr bei der Bimax-Operation in den Kiefer eingesetzt bekommt. Nach meiner Metallentfernung habe, ich das nämlich per Post nachhause bekommen. Bei mir waren es insgesamt 36 Schrauben und 8 Platten. Wie diese OP verlaufen ist, könnt ihr in dem entsprechenden Erfahrungsbericht dazu lesen.

Ich bin sehr positiv überrascht wie schnell alles verheilt und abschwillt. Somit kann ich aus meiner Erfahrung sagen, dass ich froh bin diese Bimax-Operation gemacht zu haben.
In meinem Beitrag „Die Zeit nach der Bimax-Operation“ könnt ihr die Fortsetzung lesen. Da berichte ich euch in verschiedenen Zeitabschnitten wie es mir ergangen ist.
Danke fürs Vorbeischauen und Lesen! 🙂

Bis Bald.

eure Samira

13 Kommentare

  • Meine liebe, erstaunlich wie du das so gut wegsteckst. Ich wünsche dir, dass das Ergebnis deinen Vorstellungen entspricht und drücke dir die Daumen. Dein Blog ist super und ich werde ihn auf alle Fälle weiter empfehlen. Vielen lieben Dank, dass du deine Erfahrungen so offen mit uns teilst. Das hilft sicherlich vielen anderen Betroffenen.

  • Hey Samira,

    schön zu hören das es dir wieder gut geht und das du diese Tortur gut bewältigt hast. Großen Respekt vor dem Mut den du Aufgebracht hast. Schön das du die Erfahrung auch mit anderen teilst. Freue mich dich bald wieder zu sehen. Bis dahin alles Gute 🍀. Liebe Grüße Martin

    • Hallo, vielen lieben Dank fürs Vorbeischauen und dein Kommentar. 😊 Würde mich freuen wenn du öfter vorbeischaust. Freue mich auch! 🙂

  • Oh mein Schatz du bist so stark! Ich bin so stolz auf dich und auch so dankbar für deine Offenheit uns gegenüber. Ich bin immer für dich da! Dickes Bussi deine Namenspatronin

  • Hallo liebe Samira! Gerade bin ich über deinen Blog gestoßen und hab entdeckt, dass dir auch mein Blog hilfreich sein konnte – das freut mich! 🙂 Ich wünsche dir alles gute und eine gute Genesung, solltest du andere Fragen haben kann ich dir gerne auch noch ein paar Erfahrungen weitergeben 🙂
    Liebe Grüße!
    Sven

    • Hallo Sven. Freut mich sehr, dass du vorbeischaust! Vielen Dank 🙂
      Das werde ich tun. Hoffe wir hören bald voneinander.
      Liebe Grüße 🙂

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