Eisenmangel

Hallo ihr Lieben,
in meinem heutigen Beitrag geht es um den weitverbreiteten Eisenmangel. Ich selbst leide schon seit Jahren darunter und habe es bis heute noch nicht ganz geschafft, ihn in den Griff zu bekommen. Wann die ersten Symptome bei mir aufgetreten sind und vor allem ob sie überhaupt von dem Eisenmangel kamen, kann ich im nachhinein nicht sagen. Ehrlich gesagt, habe ich mich auch nie wirklich damit auseinander gesetzt. Die eine perfekte Lösung um den Eisenmangel zu beheben, kann ich euch nicht mit auf euren Weg geben. Ich bin ja auch keine Ärztin :). Jeder Mensch ist individuell. Bei jedem können die Symptome anders auftreten.
Gerne aber teile ich euch meine Erfahrungen und Informationen. Auch über euer Wissen, eure Erkenntnisse und euren Erfahrungsberichten bin ich sehr dankbar.
Was ist Eisen? Wofür braucht unser Körper es? Was passiert, wenn der Körper zu wenig Eisen bekommt? Welche Symptome gibt es und wie findet man überhaupt herraus, ob man an Eisenmangel leidet?
Das alles könnt ihr in diesem Beitrag über Eisenmangel lesen. Viel Spaß dabei! 🙂

Was ist Eisen?

Eisen (Fe= Ferrum) ist ein sehr wichtiges Spurenelement. Man nennt sie auch essenzielle Spurenelemente, da sie lebensnotwendig für uns Menschen sind. Spurenelemente gehören zur Gruppe Mineralstoffe und kommen nur in geringen Mengen bzw. Spuren im Körper vor. Sie sind deshalb jedoch nicht zu unterschätzen! Eisen ist das am höchsten konzentrierte Spurenelement in unserem Körper. Insgesamt verfügt der Mensch im Durchschnitt 3 – 5 Gramm Eisen. Der Körper kann ihn jedoch nicht selbst produzieren, weshalb wir Eisen unserem Körper ständig durch Nahrung zuführen müssen.

Warum ist Eisen so wichtig für unseren Körper?

Bildung des Blutes

Nahezu jede Körperzelle braucht Eisen für ihren Energiehaushalt. Eisen ist an sehr vielen Stoffwechselprozessen im Körper beteiligt.
Die wohl wichtigste Aufgabe des Eisens ist die Bildung des Hämoglobins. Eisen ist die Basis des Hämoglobin (Häm=roter Blutfarbstoff + Globin=Eiweiß). Dieser macht 90 % des roten Blutkörberchens aus. Wenn Luft eingeatmet wird, hilft das Eisen den aufgenommenen Sauerstoff an das Hämoglobin zu binden. Hämoglobin hat die Aufgabe, den Sauerstoff über das Blut zu den Zellen und Organen zu tranportieren.  Durch Eisen erhalten die roten Blutkörperchen ihre Farbe. Das heißt ohne Eisen kein Sauerstoff!
Ihr habt euch bestimmt schon einmal in den Finger geschnitten, oder hattet Zahnfleischbluten. Der Grund warum das Blut einen stark metallischen Geschmack hat, ist der hohe Eisengehalt des Hämoglobins.

weitere Aufgaben

Aber auch für die Muskeln spielt Eisen eine wichtige Rolle. Das Muskel-Hämoglobin, Myoglobin genannt, bindet Eisen besonders effektiv und versorgt den Muskel mit Sauerstoff.
Eisen ist somit für die Blutbildung, für die Stoffwechselvorgänge, für die Bildung von Hormonen, sowie auch für die „Zellatmung“ wichtig, sowie für die Vermehrung der Zellen und der Energiegewinnung. Es trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems, sowie auch zu einer normalen kognitiven Funktion (Denk- und Wahrnehmungsvorgänge, Gedächtnis, lernen und Konzentration) bei. Unser Gehirn braucht das Eisen, da es für die Herstellung des Botenstoffes Dopamin benötigt wird.
Ihr seht also, ohne Eisen würden wir nicht leben können.

Transferrin & Ferritin

Im Blut bindet das Eisen an das Transportprotein, das sogenannte „Transferrin“. Tranferrin hat die Aufgabe, das Eisen, das aus der Nahrung im Dünndarm aufgenommen und im Blut abgegeben wird, an die Körperzellen zu versorgen.  Bei Eisenmangel findet das Transportprotein Transferrin im Blut kaum Eisen zum Binden.

Damit das Eisen gespeichert werden kann, wird es an das Eiweiß „Ferritin“ gebunden.
Das im Blut gemessene Ferritin ist ein Hinweis darauf, wie gut die Eisenspeicher des Körpers befüllt sind, denn er
repräsentiert die vorhandenen Vorräte im Gesamtkörper. Diese sinken sofort, wenn dem Körper Eisen fehlt.

Wo wird Eisen im Körper gespeichert?

Eisen wird ein Drittel in den Zellen der Leber, im Knochenmark, in der Milz aber auch in anderen Geweben, wie der Muskulatur, gespeichert. Zwei Drittel des Eisens befinden sich im Blut.

Wie viel Eisen wird benötigt?

Der tägliche Eisenbedarf verändert sich je nach Alter und Geschlecht und in welchen Lebensumständen man sich befindet. Einen höheren Eisenbedarf haben besonders Schwangere, Stillende, Kinder, Teenager, ältere Menschen und Ausdauersportler. Auch Frauen müssen besonders auf ihre Eisenversorgung achten, denn während der Menstruation verlieren Frauen durchschnittlich 15-20 mg Eisen. Je stärker die Monatsblutung, desto stärker der Eisenverlust!
Der eigentliche Bedarf liegt bei 1-2 mg täglich. Die empfohlene Tageszufuhr liegt jedoch bei 10-15 mg Eisen.
Unser Darm kann nur ungefähr ein Zehntel des Eisens aufnehmen kann, weshalb man das 10fache an Eisen zu sich nehmen muss.

Wo ist Eisen enthalten?

Fast jedes Lebensmittel enthält Eisen, wenn auch meist in sehr geringen Mengen. Es gibt Eisen aus tierischen Lebensmitteln (Hämeisen) und aus pflanzlichen Lebensmitteln (Nicht-Hämeisen).

Tierisches Eisen (Hämeisen)

Tierische Lebensmittel enthalten zweiwertiges Eisen (auch: Hämeisen), das vom Körper besser aufgenommen und verwertet werden kann, als pflanzliches Eisen. Es wird 2 bis 3 mal besser im Darm aufgenommen. Das sind vor allem bei Fleisch und Innereien: Blutwurst, Schweineleber und Rinderschinken und bei Fisch: Austern, Muscheln und öliger Fisch (Sardinen und Makrelen).

Leber mit Apfel

Eines meiner Lieblingsrezepte ist Schweineleber mit angebrateten Zwiebeln und Apfelscheiben. Dazu gibt es frisch gebackenes Brot. Im Herbst mache ich dazu immer noch einen Feldsalat. Schmeckt unglaublich lecker. 🙂

Pflanzliches Eisen (Nicht-Hämeisen)

Dagegen ist das pflanzliche Eisen dreiwertig. Diese Form muss der Körper erst in zweiwertiges Eisen wandeln, aber auch durch die Zubereitungsart kann die Aufnahme von pflanzlichem Eisen gesteigert werden. Einen hohen Eisengehalt bei dem pflanzlichen Eiweiß haben vor allem: Weizenkleie, Kürbiskerne, Sesam, getrocknete Sojabohnen und grünes Gemüse.

Die Kombination von Lebensmitteln ist wichtiger als die Höhe des Eisengehaltes einzelner Lebensmittel.  Zudem wird die Eisenaufnahme durch den individuellen Bedarf und den Speicherstatus bestimmt: Besteht ein geringer Bedarf an Eisen oder sind die Eisenspeicher ausreichend gefüllt, so sinkt die Eisenaufnahme aus der Nahrung.

Eine Tabelle mit der Übersicht der Lebensmittel findet ihr bei Eisencheck.de

Was fördert die Aufnahme von Eisen?

Vitamin C fördert und unterstützt die Aufnahme von Eisen. Deshalb wird empfohlen, gleichzeitig eisenhaltige Lebensmittel mit Vitamin-C-haltigen Lebensmitteln zu kombinieren. Fisch und Fleisch enthalten zum Beispiel nur geringe Mengen an Vitamin C. Diese haben aber einen hohen Eisengehalt. Kombiniert man sie mit frischem Gemüse, wie Paprika oder Brokkoli, oder trinkt ein Glas Orangensaft/Zitronensaft dazu, kann der Körper das Eisen viel besser aufnehmen.

Was hemmt die Aufnahme von Eisen?

Es gibt jedoch auch Lebensmittel die die Aufnahme von Eisen hemmen:

Polyphenole

Wird auch Tannine oder Gerbstoffe genannt. Ein Eisenräuber, den viele zu sich nehmen. Es kommt in Kaffee, Rotwein, Schwarz- und Grüntee, Traubensaft und Hirse vor. Kaffee oder Tee gehört für manche zum Frühstück dazu. Damit sollte man doch lieber 1-2 Stunden davor und danach warten.

Calcium

Calcium kommt in Milchprodukten vor und hemmt auch die Aufnahme von Eisen.

Phytinsäure

Dann gibt es noch die Phytinsäure. Die Säure kann im Magen und Darm die Mineralstoffe Calcium, Magnesium, Eisen und Zink binden und unlöslich machen, sodass der Darm sie nicht aufnehmen kann. Diese kommt in verschiedene Getreidesorten vor, wie Brot, Nudeln, Reis und Mais, sowie in Soya und Hülsenfrüchte vor. Das Einweichen oder Keimen von Getreide und Hülsenfrüchten reduziert den Gehalt an Phytinsäure.

Phosphate

Viele Phosphate sind als Lebensmittelzusatzstoffe zugelassen. In Cola, aber auch in Limonade, Schmelzkäse oder haltbarer Milch haben sie unterschiedliche Aufgaben. Unter anderem wirken sie als Konservierungs- und Säuerungsmittel – und erschweren dem Körper die Eisenaufnahme.

Oxalsäure

auch Oxalat genannt. Das liegt am Oxalat, das im Kakao steckt. Es schränkt die Aufnahme von Eisen im Darm ein. Spinat, Rote Bete und Rhabarber. Diese ist außerdem in Mangold, Sauerampfer und schwarzem Tee enthalten.

Was ist ein Eisenmangel?

Bei einem Eisenmangel verfügt der Körper nicht über genügende Mengen des Spurenelementes Eisen.

Wie äußert sich ein Eisenmangel?

Man unterteilt hier in Stadien:

  1. Stadium = Speichereisenmangel

    Es wird dem Körper nicht genug Eisen zugeführt. Deshalb greift er auf das gespeicherte Eisen zurück, um die Versorgung mit dem wichtigen Mineralstoff weiterhin zu gewährleisten. Dadurch wird der Eisenspeicher nach und nach weniger. Wenn der Vorrat an Eisen erschöpft ist, sinkt der Ferritin-Wert. Bei diesem Stadium kann der Körper noch genug Blutkörperchen bilden. Deshalb führt der Eisenmangel in diesem Stadium noch nicht zur Anämie (Blutarmut).

  2.  Stadium = funktioneller Eisenmangel

    Die Körperzellen können nicht mehr ausreichend mit Eisen versorgt werden. Nun wird der Eisenmangel zur Erkrankung. Das Hämoglobin liegt jedoch noch knapp im Normbereich. Jedoch muss man bedenken, dass der Eisenmangel schon am Anfang, lange bevor überhaupt eine Anämie eintritt, zu Einschränkungen der körperlichen Leistungsfähigkeit führt. Die Anzeichen eines Eisenmangels machen sich schleichend bemerkbar. Deswegen leiden viele Menschen darunter, ohne es zu wissen

  3. Stadium = manifester Eisenmangel

    Die geringe Eisenversorgung der Körperzellen ist bereits so ausgeprägt, dass letztendlich auch der Hämoglobin-Wert unter den Normwert absinkt. Jetzt liegt ein ausgeprägter Eisenmangel vor. Ohne eine Eisen-Therapie in Stadium 2, kommt es wegen der sinkenden Menge an roten Blutfarbstoffes (Hämoglobin) im Blut zu einer Blutarmut (Anämie). Die Eisenspeicher sind schon lange leer, sodass kein Eisen mehr für die Bildung neuer Blutkörperchen zur Verfügung steht. Die Laborparameter Hb-Wert, Serum-Ferritin-Wert und Transferrinsättigung sind stark verringert.

Es gibt eine vielzahl an Symptomen:

  • Müdigkeit
  • Schwäche
  • Leistungsfähigkeit nimmt ab
  • Schwindel
  • Herzklopfen
  • Konzentrationsschwierigkeien
  • Blässe
  • Erhöhte Infektanfälligkeit
  • Haarausfall
  • Kurzatmigkeit, besonders bei körperlicher Anstrengung
  • brüchige Fingernägel
  • Kopfschmerzen
  • Augenringe
  • Ohrgeräusche
  • trockene Haut
  • Risse in den Mundwinkeln und Lippen
  • Zungenbrennen
  • Muskelkrämpfe
  • Frieren
  • Schlafstörungen
  • Vergesslichkeit/Gedächtnisstörung
  • Depressive Verstimmung
  • Sörung der Körpertemperaturregulation
  • Ausbleiben der Menstruation
  • Benommenheit
  • Herzrasen und Atemnot

Ihr seht, es gibt eine Menge Symptome, die bei einem Eisenmangel auftreten können. Ob ihr an Eisenmangel leidet und welche Symptome bei euch dazugehören, bespricht ihr am besten mit eurem Arzt. Denn zur Einleitung einer geeigneten Eisentherapie, ist eine verlässliche Diagnose und abklärung der Ursache sehr wichtig.

Was können Ursachendes Eisenmangels sein?

Eisenmangel kann viele Ursachen haben, z.B.:

  • Eisenverlust durch Menstruations-, Darmblutungen etc.,
  • ungenügende Zufuhr mit der Nahrung,
  • Darmerkrankungen,
  • erhöhter Eisenbedarf wird benötigt (z.B. bei Frauen oder Wachstumsschübe),
  • Chronische Entzündungen/Erkrankungen

Woher weiß ich ob ich an Eisenmangel leide?

Blutbild

Ob ein Eisenmangel besteht, wird im Blut gemessen. Die Blutabnahme folgt morgens und nüchtern. Die Laborwerte: Transferrin, Ferritin, CRP, die Messwerte des roten Blutbildes (Erythrozyten, Hämoglobin, Hämatokrit usw.) und  auch der Eisenspiegel werden gemeinsam gemessen und beurteilt. Wie beurteilt wird und auf was es ankommt, fragt ihr am besten euren Arzt.

Symptome

Natürlich wird vom Arzt auch erfragt, an welchen Symptomen man leidet und auch schon wie lange sie auftreten.

Folgen des Eisenmangels

Blutarmut / Anämie

Eine Folge des Eisenmangels ist die Eisenmangelanämie. Bei einer Anämie kann im Körper nicht ausreichend Sauerstoff transportiert werden. Das Herz kann schneller schlagen und die Atmung wird beschleunigt. Besteht die Anämie über einen längeren Zeitraum, kann sie zu einer Herzmuskelschwäche führen.

Was hilft gegen den Eisenmangel?

Ist die Eisenzufuhr über die Nahrung nicht ausreichend, kann eine Ernährungsumstellung helfen. Reicht die Ernährungsumstellung auf Dauer nicht, kann man mit Nahrungsergänzungsmittel aushelfen. Eisenhaltige Nahrungsergänzungsmittel sollten jedoch nicht ohne Diagnose und nur unter ärztlicher Kontrolle eingenommen werden.
Es gibt z. B. Eisentabletten, Eisentropfen, Eisensirup und Eiseninfusionen.

Eisenspeicherkrankheit

Die Eisenspeicherkrankheit ist eine Überladung des Eisens im Körper. Die erhöhten Eisenmengen können Gelenke und Organe schädigen.
Deshalb sollte man nie Eisenpräparate zu sich nehmen, ohne mit dem Arzt vorher gesprochen zu haben. Eventuell liegt gar kein Eisenmangel vor.

Welche Erfahrungen ich mit dem Eisenmangel und der Therapien gemacht habe, könnt ihr schon bald in meinem Beitrag „Eisenmangel Erfahrungsbericht“ lesen.

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