Kiefer

Die Zeit nach der Bimax-Operation

Hallo ihr Lieben :),
hier bin ich wieder. Mir geht es schon deutlich besser. Meinen Kiefern zumindest. Seit ca. einem Monat arbeite ich nun auch wieder in Vollzeit.
Die letzten Wochen sind wie im Flug vergangen. Ich kann es immernoch nicht glauben, dass die Bimax-Operation schon wieder so lange her ist.
In diesem Beitrag geht es um die Entwicklung meiner Kiefer, meinem Wohlbefinden und wie es mit dem Essen funktioniert. Habe ich die Operation bereut? Wie verläuft mein Heilungsprozess? Wann hat sich alles wieder „normalisiert“? All die Antworten über solche Fragen könnt ihr hier heraus lesen. In verschiedenen Zeitabschnitten werde ich euch über meinen Zustand berichten. Dieser Beitrag wird immer wieder bearbeitet, so dass ihr ein guter Überblick über den Verlauf nach der Operation habt.
Falls ihr selbst Fragen, Anregungen habt oder auch selbst berichten möchtet, schreibt in die Kommentare oder schreibt mir eine E-Mail. Schön, dass ihr wieder vorbeischaut! 🙂

Zwei Wochen nach der Bimax-Operation

Körperliches Wohlbefinden

Die erste Zeit wieder Zuhause war sehr anstrengend aber doch befreiend. In den eigenen vier Wänden sich auszukurieren, zu duschen und vor allem Ruhe zu haben, macht doch noch einmal ein großer Unterschied.
In den ersten Tagen konnte ich noch kaum etwas am Stück beenden. Bereits nach dem Bett beziehen, musste ich mich hinlegen und mich ausruhen. Mein Kreislauf war noch sehr instabil. Schwindlig war mir daher oft und ich war beinahe durchgehend erschöpft und müde.
Ehrlich gesagt hatte ich das alles schon ein Wenig unterschätzt. Vor allem was für eine Belastung eine Operation doch für den Körper sein kann.
Anfangs bin ich drei Mal in der Woche zur Physiotherapie. Dort habe ich Lymphdrainagen im Gesicht erhalten und mein Gesicht wurde getaped. Ein Foto von dem Tape im Gesicht, könnt ihr in meinem Beitrag „Tipps Bimax-Operation“, unter Tipp 14 nach der Operation sehen.

Kiefer

Die Schmerzen in den Kiefergelenken und Muskeln traten überwiegend abends ein. Am Ende der zweiten Woche hatte das Muskelzucken im linken unteren Kiefer angefangen. Es ist aber nach ein paar Tagen wieder veschwunden. Die untere Partie meines Gesichtes war noch komplett taub. Geredet habe ich viel zu viel, was ich euch nicht empfehlen kann. Gelacht hatte ich auch viel zu viel. Ja, das hört sich vielleicht markaber an, aber ich hatte starke Muskelschmerzen von dem zu viele lachen und quatschen.:)

Essen/trinken

Getrunken habe ich immernoch viel zu wenig. Dadurch, dass ich die untere Partie meines Gesichtes nicht gespürt habe, habe ich nicht gemerkt, wie mir als das Essen oder trinken das Kinn herrunterläuft. Zum Glück wurde ich oft darauf aufmerksam gemacht. Instinktiv hatte ich die Serviette nach jedem Bissen oder Schlucken gezückt.
Schon am Anfang der zweiten Woche konnte ich mit einer großen Gabel essen. Mit einem großen Löffel hat es jedoch noch nicht geklappt. Das aber nicht schlimm war, da es ja kleine Löffel gibt ;).

Erste Nachuntersuchung

Mitte der Woche, hatte ich die erste Nachuntersuchung in der Klinik gehabt. Alles OK!
Ich hatte irgendwie im Kopf, dass der Splint schon bei diesem Termin rauskommen würde, was aber nicht eingetreten ist. Dieser wird erst nach sechs Wochen entfernt, sofern alles in Ordnung ist.

Mindset

Ich war sehr motiviert und wollte unbedingt so schnell wie möglich gesund werden. Aufgaben und Ziele hatte ich mir gesetzt, auch wenn ich nicht sehr viele umsetzen konnte. Die Operation und die Einschränkungen konnte ich gut annehmen.

Ein Monat nach der Bimax-Operation

Körperliches Wohlbefinden

In den darauffolgenden zwei Wochen hatte ich mir vorgenommen, mehr zu spazieren und an die frische Luft zu kommen. Das hat unglaublich viel Kraft gekostet. Ich war sehr wackelig und unsicher auf den Beinen, aber ich hatte es geschafft. Meine Müdigkeit nahm enorm zu. Nach dem Aufstehen hätte ich wieder schlafen gehen können. An manchen Tagen hatten 8 Stunden ausgereicht, an manchen Tagen habe ich über 12 Stunden geschlafen. Ein Mittagsschlaf stand immer an der Tagesordnung, Ich habe mich schlapp und extrem erschöpft gefühlt. Irgendie hatte ich Lust auf gar nichts. Immerhin konnte ich wieder durchschlafen, aber noch mit meiner Kühlmaske.

Kiefer


Mein Kopf begann öfters zu glühen. Mir wurde von einer Sekunde auf die andere plötzlich ganz heiß und ich wurde rot. Kopfschmerzen hatten sich auch verstärkt. Ich hatte aber auch von 4 Ibuprofen 600 mg  auf 2 Ibruprofen 400 mg reduziert. Was daran lag, dass meine Schmerzen an den Kiefern zurück gegangen sind. Ich habe die Tabletten durch Minzöl (gegen Kopfschmerzen), ausruhen und (mehr) kühlen ersetzt.
Bereits nach 3 Wochen hatte ich kaum mehr Schwellungen im Gesicht. Nur noch auf der linken Seite sah man es noch ein bisschen.
So sah ich inzwischen aus:

3 wochen nach der bimax op

Essen/trinken

Kopfschmerzen traten Tag für Tag auf und wollten gar nicht mehr verschwinden. Warum das so war, war mir natürlich klar. Ich hatte wieder viel zu wenig Wasser zu mir genommen. Trinken war mühsam und ich vergaß es oft.
Meinen Appetti bekam ich langsam zurück. Ich habe überwiegend Suppe, Lasagne, Caneloni und weichgekochtes Gemüse gegessen. Und der Kartoffelbrei durfte natürlich auch nicht fehlen :). Jedoch habe ich in kleinen Ettapen und in kleinen Portionen gegessen. Essen ging auch schon wieder mit großem Besteck.
Mein Lieblingssnack waren Joghurts und Puddings (gefühlt habe ich fast alle probiert) und Kinder Pinguin. 🙂

Mindset

Nach vier Wochen wurde mein Befinden und meine Sicht der Welt sehr traurig. Ich hatte wirklich zu kaum mehr etwas Lust.  Den Aufgaben und Zielen bin ich nicht mehr nachgestrebt. Es hatte sich schon langsam angebannt. Vor allem weiß ich aus der Zukunft, dass eine längere Zeit zu Hause, mir nicht gut tut. Man kann sagen, dass ich da schon eine depressive Verstimmung hatte. Weinen, Selbstzweifel und Traurigkeit waren zu dieser Zeit eigentlich „normal“.

Sechs Wochen nach der Bimax-Operation

Körperliches Wohlbefinden

Ab der sechsten Woche hatte ich etwas mehr Energie. Bin täglich fast immer auf 10.000 Schritte gekommen. Auch wenn es sehr anstrengend war. Der Mittagsschlaf musste trotzdem fast immer sei, denn die Müdigkeit nahm zu. Ich habe mich zusammengerissen und die Müdigkeit verdrängt. Bitte macht das nicht. Ruht euch aus und geht frühzeitig zum Hausarzt und lasst euer Blut checken, wenn ihr das Gefühl habt, dass etwas nicht stimmt. 
Ich bin zu spät zum Hausarzt gegangen. Das hat der Prozess meines körperliches Wohlbefinden enorm hinausgezögert, da wie erwartet rauskam, dass mein Eisenwert zu niedrig ist.
Nach den sechs Wochen bin ich auch wieder arbeiten gegangen. Am ersten Tag lag ich im Büro auf dem Boden und hatte einen Kreislaufcollaps. Zum Glück wurde es nach 1 1/2 Stunden wieder besser.

Kiefer

Den Mund ausspülen und das ohne einen Becher, also nur mit den Händen, ging ab der fünften Woche schon wieder. Trinken mit einem Strohhalm konnte ich auch schon ab der fünten Woche.
Die Nacht zur sechsten Woche hatte ich das erste Mal nachts nicht mehr kühlen müssen. Auch tagsüber blieben meine Kühlpads im Gefrierschrank. Ich hatte sie nur nach Bedarf herausgeholt und um meinen Kopf gewickelt. Sie wurden eher dann abends beim Entspannen herausgeholt. Von Tag zu Tag bekam ich immer mehr Gefühl in meiner Lippe und an meinem Kinn. Meine unteren Zähne habe ich noch nicht wieder gespürt.

Essen/trinken

Getrunken habe ich schon fast 2 Liter täglich. Jedoch hatte ich an Appetit verloren. Was daran lag, dass die Operation schon länger her gewesen war und ich langsam Lust hatte auf ein Steak. Nun habe ich auch mal indisches Essen bestellt, was wirklich sehr gut geklappt hatte. Denn wirklich kauen, musste ich es nicht.

Zweite Nachuntersuchung

Die zweite Nachuntersuchung hatte ich Mitte der Woche. Der Arzt hatte sich meine Kiefer angeschaut, Röntgenbilder gemacht und Bilder mit der Kamera geschossen. Die Arzthelferin hatte mein Mund ausgespült und danach wurde der Splint entfernt. Es roch sehr unangenehm, war aber zur keiner Zeit schmerzhaft. Es war ein komisches Gefühl ohne den Splint. Ich hatte plötzlich so viel Platz im Mund. Als ich zubeißen musste, habe ich gemerkt, dass ich nicht beide Seiten gleich waren. Rechts habe ich aufgebissen, links gar nicht. Vorne auf meine Zähne, bzw. auf die Brackekts dafür umso mehr. Der Arzt meinte, dass das meine Kieferortopädin mithilfe kleiner Gummis hinbekommen würde. Dieser Termin war nach 30 Minuten beendet. Der nächste Termin findet in 6 Wochen statt.

Erster Termin beim Kieferorthpäden

Am gleichen Tag sollte ich zur Kieferortopädin. Ungefähr 2 1/2 hat dieser Termin gedauert. Ich habe neue Drähte bekommen, eine Stufe niedriger, damit der Druck auf den Zähnen nicht zu groß ist. Auch ein Bracket hinten links wurde durch ein Neues ersetzt, da das andere kaputt gegangen ist. Danach wurde mir gezeigt, wie ich die kleinen Gummis befestige. 24 Stunden sollte ich sie anlassen, mindestens 6 Wochen. Nur zum Essen und zum Zähne putzen, durfte ich sie ausziehen. Es hat ziemlich gezogen, da man ja mit den Gummis versucht, dass ich bald auch auf die linke Seite beißen kann.

Mindset

Durch ein tiefgründiges und reflektierendes Gespräch mit meinem Freund, bin ich endlich wieder motivierter gewesen und habe mich aufgerafft. Es war wirklich traurig zu erkennen, wie ich mich gehen gelassen habe. Vor allem wie meine positive Sicht zur Welt von Woche zu Woche verschwand. Ein Glück bin ich da aufgewacht. 🙂

Zwei Monate nach der Bimax-Operation

Körperliches Wohlbefinden

Mein Körper war sehr durcheinander. Mein Darm hat sehr langsam gearbeitet. Ich hatte immernoch öfters Magenschmerzen. Die Arbeit war sehr anstrengend. Durch das am Computer sitzen, hatten sich meine Nackenschmerzen auch wieder verschlimmert. Dagegen habe ich mir bei der Arbeit oft mein Kirschkernkissen warm gemacht und den Nacken mit Tigerbalsam eingecremt.Ich hatte keinen guten Schlafrhytmus. Meistens kam meine Energie erst Abends. Somit bin ich zu spät ins Bett. Das Laufen wurde wieder sehr anstrengend. Ich habe mich gefühlt, als würde ich nur noch mit einem sehr dünnen Seil mit meinem Körper verbunden sein und ich ziehe meinen Körper hinter mir her. Dadurch, dass mein Körper die Eisentabletten nicht verträgt und ich gefühlt immer müder werde, hatte ich einen Termin beim Internisten. Und ich bekomme endlich, nach drei Monaten, eine Eiseninfusion.

Kiefer

Die Gummis hatte ich ungefähr 23 Std am Tag an. Man kann sich nach einer Zeit ja an alles gewöhnen. Wenn ich sie mal vergessen habe, haben sie sogar irgendwie gefehlt.
Die Zähne zu putzen, war seit der 7. Woche sehr unangenehm weil die Zähne „aufwachen“, das fühlt sich an, wie wenn der Arm eingeschlafen ist.

Essen/trinken

Konnte schon wieder Toast mit Rand essen. Reis und kleinere Nudeln gingen auch super. Genauso wie zartes Fleisch, gekochtes Gemüse und anderes weiches Brot. Getrunken, habe ich beinahe täglich um die 2,5 Liter. Der Appetit kam zum Glück auch wieder zurück.

Mindset

Ich war schlechter drauf. Hatte wenig Konzentration. Unterhaltungen konnte ich nicht immer alle mitverfolgen. Irgendwie hat mich die Müdigkeit und die Erschöpfung (wahrscheinlich wegen dem Eisenmangel) sehr träge und demotiviert. Es hatte ziemlich viel Kraft gekostet, jeden Tag aufzustehen und das Leben wieder „normal“ fortzuführen.
Es ist nicht einfach seinem Körper die Zeit zu geben, die er braucht, um sich zu erholen. Man fordert so viel von ihm und ist dann traurig, wenn er mal nicht so kann wie man will. Viel zu wenig Aufmerksamkeit wird ihm geschenkt. Es wird immer mehr gefordert. Immer mehr muss der Körper leisten. Es gibt kaum mehr richtige Auszeiten mehr und Ruhe für den Geist. Ich muss lernen ihm Zeit zu geben. Nicht die Signale, die er mifr sendet, zu ignorieren. Ich möchte darauf hören, was er mir sagen will. Was er braucht. Ich nehme die Hand meines Körpers und er nimmt meine. Und wir werden Hand in Hand das Leben genießen.

Vier Monate nach der Bimax-Operation

Körperliches Wohlbefinden

Vier Monate ist die Operation schon her. Wie es mir nach vier Monaten erging? Ich denke schon viel besser. Mein Körper hat sich etwas erholt. Ich war nicht mehr ganz so müde und erschöpft, jedoch war es noch nicht so, wie ich es mir erhofft hatte. Zwei Eiseninfusionen habe ich auch schon hinter mir. Es hat ein paar Wochen gebraucht, um die 3 1/2 Wochen bis ich eine Besserung verspürte. Wie meine Erfahrung mit der Eiseninfusion war, könnt ihr in meinem Beitrag „Eisenmangel Erfahrungsbericht“ in naher Zukunft lesen.
Das Wochenende habe ich trotzdem hauptsächlich zum Erholen gebraucht. Und auch unter der Woche bin ich immer sofort ins Bett gegangen, wenn ich müde wurde. Das war tatsächlicher früher als ich gewohnt war, aber es war in Ordnung. Ich habe versucht auf meinen Körper zuhören. Eine Grundanspannung bestand immernoch, weshalb ich den Kurs „Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen“ bei meiner Physiotherapiepraxis, physio-zeit, angefangen habe.

Kiefer

Meinen Kiefern ging es leider schlechter. Auf der linken Seite habe ich noch nicht richtig aufbeisen können. Weshalb die rechte Seite den ganzen Druck ausgleichen musste. Dadurch ist die rechte Seite, bis runter zur Schulter, so sehr verspannt, dass ich nur noch mit viel Wärme, Massagen, Tigerbalsam und Tabletten durch den Tag gekommen bin. Gummis , die den Kiefer in die richtige Position schieben sollten, sollte ich deshalb keine mehr anziehen. Ja es ist wirklich sehr nervig, weil man nach einer Operation eigentlich immer davon ausgeht, dass es danach besser wird. Mein Kieferchirurg, der mich operiert hatte, hatte mich deshalb wieder zur Kieferorthopädin geschickt, die danach schauen sollte. Einen Termin hatte ich auch schon bei ihr, da wurde ein Abdruck abgenommen und ich habe einen Aqualizer erhalten. Das ist eine mit Wasser gefüllte Aufbissschiene. Sie wurde mir gegeben, damit der Kaudruck gleichmäsßg verteilt wird und mein Kiefer sich erholen kann. Damit sollten die Schmerzen nach und nach verschwinden. Jedoch ist dieser Aqualizer nichts für mich. Er sitzt nur auf den Zähnen drauf und ich hatte, das Gefühl ich ewürde ihn jeden Moment verschlucken. Deshalb hat sie mir eine auch mit Wasser gefüllte Aufbissschiene bestellt. Bei dieser konnte man, ich denke es war sowas wie Wachs, erwärmen und optional an die Zähne anpassen. Sie saß somit nicht lose auf den Zähnen, sondern man hätte sie etwas reindrücken könne. Leider ging das bei mir auch nicht. Die feste Zahnspange war das Problem, denn man konnte sie nicht reindrücken. Deshalb wird nächste Woche entschieden wie es weiter geht.

Eine neue Diagnose

Vor ein paar Tagen, habe ich dann auch nun den Grund erfahren, weshalb mir nach 4 Monaten immernoch so sehr mein Kiefergelenk weh tut… Es kam „nochmal“ herraus, dass ich an CMD leide. Craniomandibuläre Dysfunktion, das ist eine Störung des Kausystems. Weshalb ich „nochmal“ schreibe? Na es wurde ungefähr vor 2 Jahren schon diagnostiziert. Nur irgendwie ging das unter. Weder die Ärzte haben da noch etwas Spezielles getan, noch ich. Ich hatte bzw. habe mehrere Baustellen. Damals war ich überfordert und habe auch die Wichtigkeit nicht erkannt. Ich hatte mich nicht informiert, habe das nicht ernst genommen. Hatte mich darauf verlassen, dass die Ärzte darauf schauen werden und erkennen wann und was gemacht werden muss.
Und zack war es auch damals wieder aus meinem Leben verschwunden. Bis heute.
Was CMD genau ist, könnt ihr bald in meinem neuen Beitrag lesen.

Essen/trinken

Essen konnte ich schon beinahe alles. Durch meine stärker auftretenden Schmerzen rechts im Kiefergelenk, gingen jedoch Nüsse, Äpfel, Rinde einer Brotscheibe, zu zähes Fleisch, Schokolade usw. kaum noch. Aber erst seit ungefähr einem Monat. Davor konnte ich das schon ein paar Wochen essen.

Mindset

Ja, ich weiß nicht genau wie ich mich gefühlt habe. Ich war wütend, traurig zugleich. Und doch habe ich versucht glücklich und zufrieden zu sein, denn mein Leben ist „trotz allem“ wunderschön. Jeden einzelnen Moment versuche ich aufmerksam zu genießen und dankbar zu sein. Aber letzten Mittwoch… Es fällt mir schwer das in Worte zu fassen, was ich nach dem Termin bei meiner Kieferorthopädin gefühlt habe. Vor allem, weil ich die Situation nun anders betrachten kann. Da ich Tagebuch führe, kann ich euch meine Gedanken und Gefühle teilen, die ich unmittelbar danach gedacht und gefühlt habe. Ich habe geweint, ich habe gegen mein Sofakissen geschlagen, ich war so sehr wütend.

Tagebucheintrag

„Ich bin überfordert und möchte am liebsten mit all dem nichts mehr zu tun haben. Wahrscheinlich wird das niemals enden. Ich weiß schon, dass das Leben nicht scheiße ist. Es gibt weitaus Schlimmeres. Zig tausend Menschen haben auch ihr Leben zu meistern, auch Krankheiten und auch Schichsalsschläge. Und die Zeit und die Kraft habe ich für das ja alles auch. Es ist nunmal mein Schicksal. Aber jetzt gerade… Ich habe dafür kaum mehr Kraft. Wieso muss jetzt noch etwas Neues kommen? Wieso habe ich damals mich nicht informiert? Vielleicht hätte man das alles schon vor der Bimax-OP in den Griff bekommen können. Ich bin diese Schmerzen leid. Wütend bin ich auf mein Leben. Genau jetzt verzweifelt zu sein und nicht mehr zu wissen was ich tun soll, macht mich noch wütendender. Wütend bin ich auf meine Entscheidungen, die ich in Bezug auf meine Gesundheit, andauern fällen musste. Oft frage ich mich, ob das alles das Richtige war. Ich wünschte ich könnte, auch nur einen einzigen Tag, als ein gesunder Mensch leben.“

Und nun?

Das ist ein Ausschnitt von meinem Tagebuch an diesem Tag. Ja, es gibt auch Momente, wenn auch nur Wenige, an denen ich genauso verzweifelt, traurig und wütend bin. Und das ist Okay. Es ist okay so zu fühlen. Man darf auch traurig und wütend sein. Aber für einen selber ist es wichtig, es bei den Momenten zu lassen und zu schauen, dass es kein Dauerzustand wird. Es hat viele Jahre gedauert bei mir. Manchmal war ich monatelang traurig und wütend. Nach einer Zeit waren es nur noch Wochen. Und heute- nach ein paar Stunden, konnte ich wieder optimistisch in die Zukunft schauen. Entscheidungen sind gefallen. Vergangenheit ist Vergangenheit. Auf was ich mich konzentrieren muss, ist mein Leben jetzt und vor allem was ich daraus mache. Das Leben ist und bleibt wundervoll. Egal ob gesund oder krank. Ob mal traurig oder fröhlich ist. Das alles gehört zum Leben dazu.
Schätzt eure Gesundheit, passt auf euch auf, lernt die Signale eures Körpers wahrzunehmen und ignoriert diese nicht! Und das aller Wichtigste: Genießt euer wundervolles Leben! Wir haben nur dieses.

Wie es mir die erste Woche nach der Bimax-Operation erging, könnt ihr ausführlich in meinem Erfahrungsbericht lesen.