Barfußpfad mit Polyneuropathie

Hallo ihr Lieben,

in diesem Beitrag berichte ich euch von unserem Ausflug in den Barfußpfad. Wir waren vor ein paar Jahren schon einmal dort und ich kann mich noch gut darin erinnern, was das für ein tolles Erlebnis war. Auch am vergangenen Wochenende hat es mir wieder sehr gut getan – trotz denn vielen Insekten (ist ja Natur 🙂 ). Ein Barfußpfad ist mit und auch ohne einer Polyneuropathie ein super Erlebnis für die Füße und auch für unseren Körper. Wie es war, wie es uns helfen kann und was ihr bei einem Barfußpfad mit Polyneuropathie beachten müsst, könnt ihr alles aus diesem Beitrag mitnehmen. Danach am besten gleich den nächsten freien Tag im Kalender markieren, um einen Ausflug in den Barfußpark zu   planen. Gerne könnt ihr mir von euren Erlebnissen und Erfahrungen berichten. Freue mich auf eure Erfahrungen von eurem Ausflug in den Barfußpfad.
Viel Spaß beim Lesen und Umsetzen! 🙂

Der Barfußpfad in Zell-Weierbach

Mein Freund und ich haben am vergangenen Wochenende ein Ausflug in den Barfußpfad in Zell-Weierbach unternommen. Er ist nur 15 Minuten Fahrtweg entfernt, liegt im Wald, entlang des Talbaches und ist ca. 1 km lang. Er ist das Ergebnis eines sozialen Projektes der Kinderhilfseinrichtung „Haus Fichtenhalde Fessenbach“. Bei dieser Erschaffung haben auch Kinder und Jugendliche mitgewirkt, die sich zusätzlich auch um die Pflege des Barfußpfads kümmern.
Bei unserem Tempo, mit einer kleinen Frühstücks- und einer Verschnaufspause für die Füße, waren wir ca. 2 Stunden im Wald unterwegs.

Willkommen Barfußpfad

Was ist ein Barfußpfad?

Ein Barfußpfad ist, wie der Name schon aussagt, ein nachgebauter Weg in der Natur mit unterschiedlichen Bodenmaterialien. Er ist dafür gemacht, dass wir ihn barfuß durchgehen. Es gibt kurze Barfußpfade, die sich nur ein paar 100 Meter erstrecken, und auch kilometerlange.

Und was ist ein Barfußpark?

Ein Barfußpark beinhaltet meist einen Barfußpfad. Oft gibt es noch weitere Stationen für die Sinne, wie z. B. Fußfühlpfade, Balancierstationen, Hängebrücken oder Möglichkeiten einen Bach durchzuqueren.
So eine genaue Definition gib es jedoch nicht.

Was kann man in einem Barfußpfad erleben?

Wie oben schon beschrieben, könnt ihr auf so einem Pfad in der freien Natur mit Spaß und Essen einen Weg barfuß durchlaufen. Sie fördern die Gesundheit, lässt die Poren wieder atmen und es schult unsere Wahrnehmung. Man setzt bedacht einen Fuß vor den anderen, nimmt die Natur viel bewusster wahr, da wir ja auch Angst haben uns zu verletzen. Im Alltag laufen wir oft über Steine, Sand, Rindenmulch, Kies, Gras und Blätter. Doch wisst ihr wirklich, wie sich diese Materialien auf der Haut anfühlen?
Es ist eine Art Fußreflexzonenmassage, denn in so einem Park kommt man mit den verschiedensten Materialen in Berührung. Füße verfügen über kleinste Nervenendungen, die uns sensibel fühlen lassen, worauf wir laufen.

Baumstämme Barfußpfad
Hier kann man auch auf Baumstämmen balancieren.

Was macht ein Barfußpfad mit dem Körper?

Die verschiedenen Bodenbeläge fördern die motorischen Fähigkeiten und die Sinneswahrnehmung. Auch die Koordination und das Gleichgewicht wird gefördert. Vor allem die Nerven werden in den Füßen stimuliert und gereizt. Die Stimulation wirkt sich dabei sogar noch positiv auf unsere inneren Organe aus. Das Barfußlaufen fördert neben der Nervenstimulation auch die Durchblutung, regt das Herz-Kreislauf-System an, wirkt sich positiv auf die Körperhaltung aus und verhindert Venenleiden und Krampfadern. Die Faszien werden gekräftigt und gestärkt. Es kann auch zu einer Schonung der Wirbelsäule dienen, da die Füße ohne Schuhe eine ideale Abrollbewegung entwickeln. Durch das barfußlaufen kommen wir mit dem Vorfuß auf, der wiederum die Dämpfung des Aufpralls übernimmt und die Belastung gleichmäßig verteilt. Weiterhin wird die Achillessehne gestärkt, denn sie sorgt für ein geschmeidiges Abrollen.Der Sinn liegt in der sinnlichen Erfahrung. Zusätzlich werden Glückshormone, durch die Reize der Fußsohlen verstärkt gebildet.

Schlamm Barfußpfad
Das Waten durch feuchten Schlamm fördert die Durchblutung und wirkt sich positiv auf unsere Blutgefäße aus.

Unsere Füße werden die meiste Zeit in Schuhe eingequetscht, und haben den Kontakt zum Boden beinahe schon vergessen. Zuhause laufen wir in Socken oder Hausschuhen, auf dem Balkon oder im Garten mit unseren Gartenschuhen. Wann seid ihr zuletzt bewusst barfuß gelaufen? Die Füße verdienen viel mehr Aufmerksamkeit, schließlich tragen sie uns durch unser ganzes Leben. Durch den Barfußpfad und das vermehrte Laufen ohne Schuhe, kommen wir ein Stückchen näher zu unserem natürlichen Gang zurück.

Was benötigt ihr für den Ausflug?

Für euren Ausflug braucht ihr:

  • ein Handtuch, um die Füße nach dem Waschen abzutrocknen
  • Schlappen, falls ihr nicht mehr laufen könnt inmitten des Weges (meine Füße waren auf halber Strecke so gereizt, dass ich mich auf den Boden setzen musste. Ich konnte nicht mehr laufen. = waren natürlich keine Schlappen im Rucksack)
  • eventuell ein paar kleine Snacks
  • Wasser zum Trinken
  • Insektenschutz (vor allem im Sommer. Als wir letztes Wochenende waren, hat es gewimmelt vor Bremen, Schnacken, Mücken und Bienen = an Insektenschutz hatten wir auch nicht gedacht)
  • eine Hose, die man hochkrempeln kann, um im Schlamm durchlaufen zu können
  • Desinfektionsmittel und Verbandsmaterial, falls ihr euch verletzt

Pause im Barfußpark

Was ist überhaupt eine Polyneuropathie?

Polyneuropathien sind eine Gruppe von Erkrankungen des peripheren Nervensystems. Sie sind meist eine Folge einer Vorerkrankung, wie z. B. Diabetes, Alkoholismus, Infektionskrankheiten, Krebserkrankungen (nach einer Chemotherapie) oder es kann auch eine genetische Erkrankung sein.
Die Reizweiterleitung in den Nervenbahnen sind gestört.
Typische Symptome sind Missempfindungen, wie Kribbeln, pelziges Gefühl, auf Watte laufen, Stechen, Brennen und Taubheit. Auch Schmerzen, Muskelschwäche, Muskelkrämpfe, eingeschränktes Temperaturempfinden und Verdauungsstörungen können auftreten. Meistens beginnt die Erkrankung in den Extremitäten (Füße/Hände) und breitet sich dann mit der Zeit bis zur Körpermitte aus.
Mit einer Polyneuropathie muss man das Fühlen mit Händen und Füßen trainieren.
Falls an ihr auch an öfter wiederkehrende Fußkrämpfe leitet, könnt ihr gerne meinen Beitrag „Tipps bei Fußkrämpfen“ lesen.

Wieso solltet ihr mit einer Polyneuropathie in den Barfußpfad?

Die Füße sollen wieder „aufgeweckt werden“, sodass die Symptome verringert werden und das Gleichgewicht gestärkt wird. Die Sensibilität in meinen Füßen ist sehr schlecht. Jedoch habe ich gemerkt, dass die Tiefensensibilität noch gut vorhanden ist. Ich habe jeden einzelnen Stein gefühlt, deshalb musste ich oft eine kurze Pause machen. Ich war es gar nicht mehr gewohnt, so viel zu spüren. Nach einer Zeit, war es ruhig schmerzhaft. Das hat mir gezeigt, dass man durch mehr Training die Sensibilität verbessern kann.
Natürlich weiß ich, dass man bei einer Polyneuopathie (PNP) aufpassen muss, denn durch die Taubheit werden die Reize nicht mehr richtig an das Gehirn weitergeleitet. So ist die Gefahr höher sich zu verletzen. Dennoch finde ich es für mich wichtig und auch hilfreich. Da müsst ihr eure eigenen Erfahrungen machen, ob und wie gut das klappt. Hört auf euren Körper! 🙂

Stroh Barfußpfad

Wer sollte drauf verzichten?

Im Internet habe ich verschiedene Meinungen gelesen. Barfußpfade sollten Diabetes-Patienten vermeiden. Die Fußsohlen sind meistens eher unempfindlich, weshalb man Verletzungen kaum entdeckt. Verletzungen können bei Diabetikern schlechter und langsamer verheilen. Deshalb wird hier zu Barfußschuhen geraten.

Worauf solltet ihr achten?

Auch wenn ihr nicht an einer Polyneuropathie leidet, solltet ihr ab und zu nach Verletzungen an den Füßen schauen. Die Barfußpfade werden jedoch regelmäßig kontrolliert, sodass die Gefahr gering ist, sich wirklich zu verletzen.
Wenn ihr während den heißen Sommertagen euch im Wald im Barfußpfad erholen wollt, vergisst vorher nicht den Mückenschutz aufzutragen, sonst kann es unangenehm werden.
Bevor ihr losläuft nochmal auf die Toilette gehen. In Zell-Weierbach gibt es eine Toilette ganz am Anfang.
Falls ihr sonst nie barfuß läuft, und eventuell auch sensible Fußsohlen habt, bereitet euch ein wenig vor. Vorher kleinere Strecken ohne Schuhe laufen oder auch Zuhause die Socken und Schuhe auslassen.

Brücke Barfußpfad

Zusätzlicher Tipp: Barfußschuhe

Barfußschuhe sollen das Barfußlaufen simulieren und dabei den Fuß vor Verletzungen schützen. Die Sohle ist sehr dünn und sehr flexibel, sodass sich der Fuß auf dem jeweiligen Untergrund anpassen kann und sensorische Reize nicht verloren gehen. Es gibt somit keine steife Sohle, wie in herkömmlichen Schuhen. Ich habe solche Barfußschuhe noch nicht ausprobiert. Da sie eine so gute Empfehlung haben und gleichzeitig noch die muskulären Probleme verringern sollen, werde ich diese testen und mein Feedback euch mitteilen.
Eine bekannte Marke ist Leguane. Von der Marke Leguano gibt es super schöne, moderne Barfußschuhe. Aber auch die Marke Saguaro, und die Schuhe tanuki umi von der Marke wildling sollen super sein.
Habe sie nun bestellt und freue mich schon aufs testen!

Ich hoffe euch hat der Beitrag über den Barfußpfad bei Polyneuropathie gefallen und ihr habt nun richtig Lust bekommen, selbst durch einen Barfußpfad zu spazieren.
eure Samira 🙂

2 Kommentare

  • Hallo Samira ☺️
    toller Beitrag! Danke dass du deine Erfahrungen mit mir geteilt hast!
    Ich werde mit Sicherheit, wenn die Gelegenheit da ist, einen Barfußpfad entlang laufen👣
    LG Melanie ✌🏽

    • Liebe Melanie,
      vielen Dank für deine netten Worte.
      Das freut mich, kannst mir dann berichten, wie es dir gefallen hat 🙂
      Liebe Grüße
      Samira 😊

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